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BilRUG - Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung bei erstmaliger Anwendung

Das im letzten Jahr verabschiedete Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetz (BilRUG) führt spätestens ab dem Geschäftsjahr 2016 zu zahlreichen Änderungen im handelsrechtlichen Jahresabschluss. Welche Auswirkungen die neue Umsatzdefinition sowie die geänderte Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung auf Ihren Abschluss einschließlich der Vorjahresangaben haben, erfahren Sie hier.

Konsequenzen der geänderten Umsatzdefinition

Aufgrund der ausgeweiteten Umsatzdefinition wird es im handelsrechtlichen Jahresabschluss tendenziell zu Verschiebungen von den sonstigen betrieblichen Erträgen zu den Umsatzerlösen und damit ggf. korrespondierend von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu den Materialaufwendungen kommen. D. h. die Umsatzerlöse werden zukünftig auch bei unterstellter gleichbleibender Geschäftstätigkeit höher ausfallen. Relevanz hat dies für die Bestimmung der Größenklasse.

Geänderte Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung

Daneben werden durch das Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetz (BilRUG) die bislang in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert auszuweisenden Posten außerordentliche Erträge, außerordentliche Aufwendungen sowie außerordentliches Ergebnis ersatzlos gestrichen. Entsprechende Geschäftsvorfälle sind zukünftig unter den verbleibenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Ein typischer Anwendungsfall ist der bisher unter den außerordentlichen Aufwendungen enthaltene Zuführungsbetrag aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen im Rahmen der Umstellung nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Dieser sogenannte BilMoG-Zuführungsbetrag ist ab dem Geschäftsjahr 2016 unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen auszuweisen und gesondert zu kennzeichnen.

Auswirkungen auf die Vorjahresangaben

Obgleich die Umsetzung des BilRUG zu Veränderungen der Gewinn-und Verlustrechnung des Geschäftsjahres führt, bleiben die Angaben zu Vorjahreswerten davon grundsätzlich unberührt. D.h. die in der Gewinn- und Verlustrechnung 2016 anzugebenden Werte des Vorjahres entsprechen in der Regel den Werten des Jahres 2015. Im Anhang ist lediglich ergänzend der Wert der Umsatzerlöse des Vorjahres bei Anwendung der neuen Umsatzdefinition nachrichtlich anzugeben.

Ausgenommen von der Grundsatzregelung ist die Handhabung bei den weggefallenen Positionen des außerordentlichen Ergebnisses. Entsprechende Vorjahreswerte sind in die nach BilRUG nunmehr verbleibenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern und im Anhang zu erläutern. Häufigster Fall in der Praxis werden wohl die bereits zuvor genannten BilMoG-Zuführungsbeträge sein, die einschließlich Vorjahreswerte verpflichtend unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen auszuweisen sind.

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